Alles Gute
Live-Stream aus dem Gehirn

Collage mit zwei sich unterhaltenden Gehirnzellen

Bild: www.iStock.com / cosmin4000

Nervenzellen im Gehirn live zuzusehen, war lange ein Traum für die Neurowissenschaften. Heute gelingt dies Arthur Konnerth und seiner Forschungsgruppe an der Technischen Universität München (TUM) mit äußerster Präzision. Ihre Entdeckungen sind bisweilen überraschend – und weisen den Weg zu neuen Therapien für Demenzerkrankungen wie etwa Alzheimer.

Eine Revolution für die Hirnforschung

Live und in Farbe beobachten der Mediziner Arthur Konnerth und seine Forschungsgruppe, was in einzelnen Nervenzellen des Gehirns geschieht und wie zugleich tausende dieser Neuronen miteinander kommunizieren. Mit Laserstrahlen erstellen sie mikroskopische 3D-Bilder von tiefen Gewebeschichten und mit winzigen Glaspipetten messen sie, wie Nervenzellen Signale weitergeben.

So gewinnen Konnerth und sein Team grundlegende Erkenntnisse über die Funktionsweise des Gehirns – und darüber, was bei zerstörerischen Krankheiten wie Alzheimer und anderen Formen von Demenz passiert. Ihre Methoden sind heute in Laboren weltweit im Einsatz. 2015 erhält Konnerth zusammen mit drei weiteren Wissenschaftlern den „Brain Prize“, die höchste Auszeichnung in den Neurowissenschaften. Die von ihnen entwickelten Methoden haben die Hirnforschung revolutioniert. Denn sie erlauben erstmals einen detaillierten Blick ins lebende Gehirn.

"Das große Problem gerade bei Therapien für psychische Erkrankungen ist, dass wir nicht im Detail verstehen, wie das Gehirn funktioniert. Wir versuchen also, ein System zu reparieren, das wir nicht genau kennen. Deswegen sind Therapien bisher nicht effektiv genug und haben zu viele Nebenwirkungen."

Prof. Arthur Konnerth

Arthur Konnerth, Friedrich-Schiedel-Stiftungslehrstuhl für Neurowissenschaften an der TUM

Bild: Andreas Heddergott / TUM

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